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Design Thinking – Nur ein Methodentrend?

In der Schule ist es manchmal fast wie in der Modebranche – Ein Trend jagt den Nächsten. Lehrer*innen sollen mehr digital arbeiten, weniger kopieren, die Regeln von Think-Pair-Share, Clustering und Brainstorming auf dem Schirm haben und nebenher noch integrieren, ermutigen und befähigen. Und dabei sind sie keine Superheld*innen mit acht Armen, sondern auch nur Menschen mit Familie, Privatleben und jeder Menge Vor- und Nachbereitungsarbeit auf ihren Schreibtischen.

An dieser Stelle möchten wir zeigen, dass Design Thinking in der Schule nicht einfach ein weiterer Methodentrend im Lehruniversum, sondern eine echte Chance für Schüler*innen und Lehrer*innen gleichermaßen sein kann. 

Im vollen Bewusstsein des immensen Workloads, der von Lehrer*innen, Jugendleiter*innen und Pädagog*innen täglich geleistet wird, wurden alle Materialien von Baut Eure Zukunft mitsamt einer Video-Einführung so zugänglich und in der Vorbereitung so einfach wie möglich gestaltet. Es muss also gar keine neue Methode an sich erlernt und verstanden werden. Hier geht es vor allem um das Machen und Machen lassen. Wir wünschen uns Lehrer*innen die sich einerseits trauen, sich den Themen der Box anzunehmen und andererseits den Schülern die Freiheit geben, ihre eigene Selbstwirksamkeit zu entdecken.

Woher kommt Design Thinking und was beinhaltet es konkret?

Ursprünglich kommt die Methode aus dem Silicon Valley und wurde von David Kelley, dem Gründer einer bekannten Design-Agentur, entwickelt. Die Professoren Terry Winograd und Larry Leifer von der Stanford University prägten sie außerdem maßgeblich. Heute hat diese Vorgehensweise ein Zentrum in der HPI School of Design Thinking in Potsdam und wird von Agenturen weltweit angewendet.

Der traditionelle Design Thinking Prozess besteht aus sechs Phasen: Verstehen, Beobachten, Sichtweise definieren, Ideen finden, Prototypen entwickeln und Testen. In unserer Umsetzung für den Einsatz in Schulen und Jugendeinrichtungen haben wir den Prozess modifiziert und verkürzt.

Potentiale und Chancen

Betrachtet man die Anforderungen und Gegebenheiten der heutigen Arbeitswelt und des Schulalltages, so kommt kreatives Arbeiten oft zu kurz. Die Arbeitsweise von Design Thinking lässt hingegen zu, dass sich jedes Teammitglied frei äußert und jede Idee wertschätzend aufgenommen wird. Da Innovationen nur in einer entspannten, offenen und sicheren Atmosphäre entstehen, kann diese Methode eine echte Chance für die Jugendlichen darstellen. Sein kreatives Selbstbewusstsein zu entdecken und zu entwickeln bietet großes Potential für den weiteren Lebensweg der jungen Menschen.

Zudem schult die gemeinsame Entwicklung einer Lösung darin konstruktives Feedback zu geben, da die Regeln für die Gruppe von Anfang an klar definiert werden.

In jeder Phase sind unterschiedliche Fähigkeiten und Herangehensweisen gefragt – von chaotisch kreativ bis strukturiert analytisch. Dies bietet jedem die Möglichkeit die eigenen Stärken einzubringen, das Projekt voranzubringen und fördert die Selbstkompetenz jedes Teilnehmers.

Und nicht zuletzt steht im gesamten Prozess das Bedürfnis des/der Nutzers*in bzw. Betroffenen im Mittelpunkt. Hierdurch wird das Verständnis für die Situation des Gegenüber und die Empathie der Teammitglieder gefördert. Die Motivation der Schüler, ihre Lösung voranzubringen und zu präsentieren, überwiegt die unsichere Abschottung einzelner und hilft nicht nur dem Teamprozess ungemein, sondern auch der Sozialkompetenz.

Darum gehört Design Thinking an die Schule

Im Zentrum steht die Innovationsarbeit in multidisziplinären Teams und das Arbeiten an effektiven Lösungen in gemischten Teams – diese sind in jeder Klasse und in jeder Gruppe von Jugendlichen anzutreffen. Demnach bieten Schulen und Jugendeinrichtungen die perfekten Gegebenheiten für diese Methode.

Das Gelernte kann später im Schul- und Arbeitsalltag integriert und vertieft werden. Es hilft also der ganzen Gruppe in der Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten.

Der intensive Teamprozess, bei dem die Teilnehmer*innen lernen, ihre ganz persönliche Rolle im Team zu reflektieren und (neu) zu definieren, trägt ebenso dazu bei. Somit eröffnen sich dem einzelnen Teammitglied aber auch dem Team als Ganzes neue Formen der Partizipation und Entscheidungsfindung.

Die offene und doch zielorientierte Struktur und die praxisnahen Ergebnisse motivieren und stärken die Jugendlichen derart, dass sie Mut finden weitere Herausforderungen in ihrem Leben anzugehen.

Trauen Sie sich und geben Sie Ihre Schüler*innen eine wertvolle Chance

Wir hoffen, wir konnten Ihnen eine überzeugende Begründung für Design Thinking an Schulen bieten und freuen uns über jede Art Feedback per Kommentar, E-Mail (info@baut-eure-zukunft.eu) oder über unsere Social Media Kanäle bei Twitter, Facebook, Google+ und Instagram.

Nun heißt es, downloaden und ausprobieren!

Das Team und seine Motivation
Norbert Kunz zu Selbstwirksamkeit, Design Thinking und seiner Schulzeit