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Die Schüler:innen-Projekte vom Bundesfinale 2022

22 Schülerinnen und Schüler von sechs Schulen aus ganz Deutschland haben am 21. und 22. Juni 2022 Projekte zur Herausforderung „Was kannst du konkret tun, um die Zukunft positiv zu gestalten?“ entwickelt. Für diese zweitägige Design Thinking Projektarbeit sind sie nach Berlin angereist. Während es tagsüber rauchende Köpfe gab, konnten sie abends auch noch ein bisschen Großstadtluft bei der Fête de la Musique schnuppern. Die perfekte Mischung aus „Unterricht mal anders“ und Klassenausflug. Wir stellen euch die entstandenen Projekte hier vor…

Die Challenge: Was kannst du konkret tun, um die Zukunft positiv zu gestalten?

Heinrich-Böll-Gesamtschule Düren – „@fashlution“

Azra, Edona, Hasret, Sahra & Zeynep haben den Instagram-Account @fashlution „Jung fair&gut aussehend“ entwickelt. Für sie war recht schnell klar, dass sie sich mit dem Thema Fast Fashion beschäftigen wollen. Sie sehen schon lange, wie unnachhaltig Jugendliche in ihrem Alter Kleidung kaufen. Das Problem: nachhaltige Kleidung ist teuer, günstige Kleidung ist unnachhaltig. Ihre Lösung: Aufklärung über Instagram-Posts und Switch-Parties, bei denen Kleidung getauscht wird. Alle können und sollen daran teilnehmen. Starten wollen sie die Tauschparties in ihrer Schule in den Pausen.

Mit insgesamt 2.280 Euro gewonnenem Preisgeld können sie die ersten Schritte nun umsetzen. Die Heinrich-Böll-Gesamtschule Düren konnte mit ihrem Projekt die Jury am meisten beeindrucken.

Wir möchten über die schlechten Produktionsbedingungen hinter Billigkleidung aufklären!

sagt das Team von @fashlution

Don-Bosco-Schule Rostock – „Heute mal nachhaltig“

Anneke, Max & Niklas haben das Projekt „Heute mal nachhaltig“ entwickelt. Sie haben sich die Frage gestellt: Wieso wird Nachhaltigkeit nicht gelebt? Sie haben herausgefunden, dass Informationen oft undurchsichtig und die Recherchen zeitaufwändig sind. Außerdem wirkt Shaming auf die Menschen stark demotivierend. Wer kennt nicht Aussagen wie:„Du weißt aber schon, dass Fliegen ziemlich schlecht für die Umwelt ist? Fahr doch lieber mit dem Zug!“, die dazu führen, dass noch weniger nachhaltig gelebt wird, denn „es bringt ja doch nichts“ oder „wenn ich es nicht perfekt mache, brauche ich gar nicht erst anzufangen“.
Sie haben zunächst eine Persona erstellt und sich überlegt, wie sie ihr die Recherche nach den Produktinformationen, bspw. beim Einkauf von neuer Kleidung, erleichtern können. Die Lösung des Teams: Infoplakate in den Geschäften. Die Informationen sollen transparent und verifiziert sein. Außerdem sind sie im Geschäft direkt sehr leicht zugänglich für jede:n. Langfristig wollen sie eine App erstellen, in der man die Informationen gebündelt finden kann, sowie weitere Kooperationspartner:innen finden, die die Plakate in ihren Läden nutzen.

Mit insgesamt 1.840 Euro gewonnenem Preisgeld können sie die ersten Schritte nun umsetzen.

Internationale Gesamtschule Potsdam – „Positivitätsarchiv“

Das große Ziel von Caspar, Yves, Lily, Roza und Isabel ist, Social Media diskriminierungsfrei zu gestalten. Als ersten Schritt haben sie dafür ein „positives Archiv“ entwickelt, in dem alle positiven Beiträge über einen selbst gesammelt und zwischen den Beiträgen im Feed wiedergegeben werden. Das soll über ein Plugin funktionieren, das entwickelt werden muss. Sie wollen damit erreichen, dass:
Social Media positiver wird, Menschen mit guten Nachrichten in den Tag starten und dem Hass im Netz mit einer großen Portion Positivität begegnet wird.

Mit insgesamt 2.020 Euro gewonnenem Preisgeld können sie die ersten Schritte nun umsetzen.

Katholische Schule St. Marien Berlin – „Kulturküche“

Das Projekt von Louisa, Milo, Josina, Alex & David heißt: Kulturküche. Während der Interviewphase hat das Team von Menschen auf der Straße das Feedback bekommen, dass sie bis heute keinen Anschluss finden konnten in Berlin und das ein großes Problem sei. Daraufhin hat das Team sich Gedanken gemacht, wie man einen Raum für interkulturelle Begegnung schaffen kann, in welchem sich Menschen austauschen und gemeinsam Zeit verbringen können. Den Prototypen zur Kulturküche haben sie aus LEGO gebaut. Die Küche soll auf einem Dach eingerichtet werden, da es in Berlin zwar generell Platzmangel gibt, die Dächer aber weitestgehend nicht genutzt werden.
Die ersten Schritte zur Umsetzung sollen sein: das Veranstalten von Kochworkshops im Prinzessinnengarten als Pilotversuch, die Dokumentation und das Marketing dessen (Blog, Buch, Vlog),
sowie die Auswertung und Maßnahmen zur Vergrößerung.

Mit insgesamt 2.570 Euro gewonnenem Preisgeld können sie diese Schritte nun umsetzen.

Fritz-Leonhardt-Realschule Stuttgart – „Body Positivity in Schulen“

Das große Thema beim Projekt von Helena, Soraya, Martha und Nadja lautet: Mehr Body Positivity und Aufklärung über Bodyshaming in Schulen. Sie fordern bestimmte Maßnahmen, die Schulen umsetzen sollen, um ein Siegel zu erhalten.

  • Bodyshaming soll im Sexualkundeunterricht thematisiert werden.
  • Expertinnen zum Thema sollen eingeladen und Fakten verbreitet werden.
  • Eine schulübergreifende Kampagne soll stattfinden, auch auf Social Media.

Wichtig ist ihnen, dass dieses Siegel ein Ablaufdatum hat. Die Schulen müssen also kontinuierlich an den Maßnahmen arbeiten, damit sie es nicht verlieren.

Mit insgesamt 2.350 Euro gewonnenem Preisgeld können sie die ersten Schritte nun umsetzen. Die Fritz-Leonhardt-Realschule war in diesem Jahr der ganz klare Publikumsfavorit.

Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule Karlsruhe – „mobiles Nachhaltigkeitszentrum“

Leonard, Justin, Elisabeth, Laura & Marta haben es sich zur Aufgabe gemacht, älteren Menschen zu zeigen, dass auch ihre Kaufentscheidungen einen großen Einfluss auf die Zukunft haben.

Dafür haben sie ein mobiles Nachhaltigkeitszentrum entworfen. Ein Van soll als Informationsort dienen und in einem Pavillon davor kann man sich aufhalten und austauschen. Herumfahren soll das mobile Zentrum in den Städten, auf dem Land oder auf Events.

Sie wollen damit insbesondere älteren Menschen auch zeigen, dass sie nicht allein sind und gemeinsam etwas bewirken können. Es soll Workshops, Flyer und persönliche Gespräche geben. Schüler:innen, Eltern und Freiwillige sollen das Ganze organisieren.

Die ersten Schritte sind:

  • ein Artikel in der Schülerzeitung „Ernschtle“
  • ein Infoabend
  • Plakate, Flyer & Social Media Accounts
  • erste Aktionen in der Innenstadt mit einem Stand

Mit insgesamt 1.440 Euro gewonnenem Preisgeld können sie diese Schritte nun umsetzen.

„Ältere Menschen denken oft, sie könnten nichts mehr ausrichten. Dabei haben sie so einen großen Einfluss auf unsere Zukunft. Das wollen wir ihnen mit dem mobilen Nachhaltigkeitszentrum zeigen.“

Schüler:innen der Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule zu ihrer Projektidee


Wir hoffen, ihr seid genauso begeistert von den entstandenen Projektideen wie wir!
Ein Camp mit uns ist die einfachste Möglichkeit, wie ihr euch und eure Klasse jetzt schon für das Bundesfinale 2023 qualifizieren könnt. Während der Workshops durchlauft ihr – Lehrkräfte und Schüler:innen – bereits den Design Thinking Prozess wie er euch auch beim Bundesfinale erwartet. Wir kommen gern in eure Schule und arbeiten zu Themenfeldern wie: Berufsorientierung, Rassismus, Mobbing oder Zukunftsangst. Die komplette Themenauswahl findet ihr hier und anmelden oder Rückfragen stellen könnt ihr hier: Camps

Fotos: Fabian Frost, Vanessa Schmidt

Antirassismus-Camp im PalaisPopulaire Berlin